Gorkis Stück über familiäre Strukturen

Als alleiniger Geschäftsführer eines Familienunternehmens ist es natürlich spannend mein Umfeld aus anderen Perspektiven zu betrachten: Kürzlich tat ich das im Deutschen Theater, wo Maxim Gorkis „Wassa Schelesnowa“ von Stephan Kimmig in Szene gesetzt wurde. Die Hauptprotagonistin Wasa (gespielt von Corinna Harfourch) führt im Stück mit strengem Regiment und wachem Geist ein Familienunternehmen, das schon seine besten Tage gesehen hat. Wassa versucht mit Lügen und Vertuschungen für das Überleben des Unternehmens zu kämpfen, obwohl es bereits aussichtslos erscheint. Planlos und ohne Visionen sind ihre Söhne zudem keine wirkliche Hilfe.

Privates und Geschäftliches

Glücklicher Weise gibt es keinerlei Parallelen zu meinem Alltag, trotzdem ist es interessant, das Drama rund um eine Familienunternehmung auf der Bühne zu sehen. Deutlich wird, dass all zu oft Ökonomisches und Privates vermengt wird. Das hält auch Hans Bertram (ehemaliger Soziologie-Professor an der Uni Heidelberg) im Programmheft mit Blick auf Gorkis Stück fest: „Der Konflikt, der da geschildert wird, ist eigentlich kein familiärer Konflikt, sondern schlicht und einfach aus der ökonomischen Realität entstanden.“

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