Kürzlich war ich beim Tag der Immobilienwirtschaft 2017 und gerade im aktuellen Wahljahr sind Positionen einzelner Parteien sehr interessant. Schließlich könnten Vorschläge nach der Wahl in die Tat umgesetzt werden bzw. kann Vorhandenes geändert werden. Das Mietrecht und die Mietpreisbremse hatte die SPD auf dem Tableau – dabei gehts  um sozialen Ausgleich. Schnell drehte sich vor Ort die Diskussion dann ums Thema Immobilienblase und darum, wie Immobilien besteuert werden sollen. Über beide Themen werde ich im Folgenden berichten.

Als Herr Schäuble auf die Bühne kam, warf er auch gleich ein, dass es bei ihm besser sei, am Anfang zu klatschen … dann klingelte sein Handy und sagte, er mache jetzt mal das Telefon aus, denn wir sind ja hier schließlich bei der Immobilienwirtschaft, die per se nicht „mobil“ ist 🙂

Immobilienblase?

Reizwort „Immobilienblase“: Es gibt immer drei Gründe, die zu einer Immobilienblase führen. Dazu zählen steigende Immobilienpreise, eine Ausweitung der Kreditmittel, bei gleichzeitig nachlassenden Standards in der Kreditvergabe. Fazit eines Experten vor Ort: Bisher gibt es noch keine Anzeichen einer Immobilienblase. Natürlich sind mancher Orts steigende Immobilienpreise zu verzeichnen, aber wir haben keine zunehmende Kreditvergabe und schon gar nicht bei nachlassenden Vergabe-Standards. Von daher sieht man nicht die Gefahr, dass es bei uns eine Immobilienblase gibt.

Das Thema Steuern

Ein weiteres Thema war Basel III, wo es um Bankenstandards geht, die bisher nicht fertig verhandelt sind. Eng verbunden ist damit auch die Kreditvergabe. Für Schäuble ist mieten nur die zweitbeste Wohnform. Die beste Form sei das Wohnen im eigenen Haus, und das sei sicher auch nicht die schlechteste Altersvorsorge.

Generell spricht sich Schäuble dafür aus, dass man die Grunderwerbssteuer senkt und den Wettbewerb der Steuererhöhung beenden soll, weil ja jedes Bundesland selber die Grunderwerbssteuer festlegt und vereinnahmt (weshalb der Bundesfinanzminister natürlich sagen kann: „macht mal lieber weniger“). Schäuble rechnete auch noch mal vor, wie viel Eigenkapital aktuell bei einem 300.000 EUR Einfamilienhaus gefragt ist: Von Banken werden manchmal um die 60.0000 EUR  gefordert, dazu kommen noch 20.000 EUR Grunderwerbssteuer, die in der Regel auch nicht von der Bank finanziert wird. Dann haben künftige Hausbesitzer schon 80.0000 EUR, die sie aufbringen müssen. Wer kann sich das leisten? Deshalb ist Schäuble dafür, dass die Grunderwerbssteuer gesenkt wird. 

Krynos Linkpost-1-6

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